Der Weg ist das Ziel...
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Pompeji und Cilento

Die Planung

Mitte Oktober 2010: die preiswertesten Flüge nach Italien waren beim zweiten Check weg. Also buchte ich Neapel für den 21.Mai 2011 den Hin- und für den 12.Juni 2011 den Rückflug. Gleichzeitig reservierte ich mir einen Mietwagen, für einen wahrhaften "Luxuspreis". Bei den Unterkünften war ich mir noch nicht so ganz sicher: im Hinterland, direkt am Meer oder auf dem Berg?

Wie immer hatte ich mir lange überlegt, wo es überhaupt hingehen könnte. Irgendwann kam ich aufs CILENTO.

Kampanien

Ich schwankte zwischen kleinen, direkt am Strand gelegenen Hotels und in den Hügeln oberhalb des Meeres zwischen Olivenbäumen versteckten B & Bs. Nach allen Abwägungen entschied ich mich für den Agriturismo "Nonna Rosa" oberhalb von Marina di Camerota mit tollen Stränden:
www.nonna-rosa.de/folgeseite05.html

Wenn ich schon mal in dieser Region war, wollte ich auch die Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum besichtigen. Und natürlich auch Paestum besuchen. Die favorisierte Unterkunft war bereits ausgebucht, sodass ich mich mit dem gelben Männchen von StreetView erneut auf die Suche begab und fündig wurde:
www.bed-and-breakfast-pompei.com/

Am Rande der Innenstadt und günstig zu den beiden Bahnhöfen gelegen, bot die Pension einen guten Startpunkt für die zahlreich geplanten Aktivitäten in der Gegend von Pompeji – auf Italienisch: Pompei.

Im Frühjahr 2011 besorgte ich mir Reiseliteratur. Der Golf von Neapel ist natürlich gut in den Regalen der Buchhandlungen vertreten aber zum Cilento gibt es nicht so viel; von Kartenmaterial gar nicht zu sprechen.

Nach stressigen, ereignisreichen Wochen ging es dann völlig ausgepowert (der Erholungseffekt des Urlaubs auf Teneriffa zum Jahreswechsel 2010/2011 war längst aufgebraucht) am 21. Mai 2011 los.

Vom Flughafen Neapel bis zum B & B "Welcome" brauchte ich ca. 1 Stunden, da ich zwischendurch fast am Hafen von Neapel gelandet  und in Pompeji noch ein wenig rumgekurvt war. Aber schließlich wurde ich ganz herzlich von der Gastfamilie begrüßt und bei einem Kaffee in der Küche den übrigen Gästen vorgestellt.

Nachdem ich meine Klamotten verstaut hatte, ging es zu einer ersten Runde ins Zentrum der Stadt. Der Urlaub konnte beginnen!

 

Pompeji und Umgebung

Das Fremdenverkehrsbüro (PRO LOCO) hatte am Sonntag natürlich geschlossen, sodass ich die günstige "campania>artecardplus" nicht bekam (5 Highlights für 12,00 € inkl. freie Fahrt mit dem ÖPNV).

Für weitere Infos zu Pompeji bitte auf den Plan klicken.
 

Vom Eingang "Amphitheater" aus näherte  ich mich auf einsamen Wegen schneckenhausartig dem Zentrum der "Stadt". Dort gab es jede Menge Trubel: große, bunt gemischte Touristengruppen wurden von professionellen Reiseleitern in allen gewünschten Sprachen durch die Ruinen geführt.

Mich beeindruckten die Größe des gesamten Geländes und die hohe Dichte der bebauten Fläche. Fasziniert war ich von den gut erhaltenen Graffiti: die teilweise filigranen Formen und kräftigen Farben kontrastierten mit dem groben Mauerwerk.

gut erhaltene Fresken

Sehr gut konnte man die unterschiedlichen Phasen der Wandmalereien und Reliefs erkennen. Manches erinnerte mich an Dekorationen aus dem Mittelalter und Barock. Verwundert hat mich die die Menge der Engel. Mir war zwar die Darstellung Amors als Putte bekannt, dass diese aber bereits bei den Römern eine häufige Darstellung war, ließ mich später im Internet über Engel weiter "forschen".

Nach ca. 6 Stunden war ich wegen der hubbeligen Straßen, vielen Stufen und der drückenden Hitze geschafft, hatte aber längst nicht alles gesehen! Ich muss da noch mal hin.

Ercolano und die Villen in der Umgebung

Mit der Circumvesuviana -
http://www.vesuviana.it/web/  - besuchte ich die Ausgrabung in Ercolano (Herculaneum). Das Areal ist zwar wesentlich kleiner als Pompeji, aber daher übersichtlicher und nicht weniger spannend. Wie schon vorher gab es jede Menge schöner Wandmalereien und tolle Mosaiken.
Später lief ich noch ein Stück Richtung Portici bis zum Palazzo Reale, der heute von der Universität Neapel genutzt wird. In umgekehrter Richtung wanderte ich auf der sogenannten Miglia d'Oro – der goldenen Meile – 2,5 km bis zum nächsten Haltepunkt der Bahn. Die alten Barockpaläste waren teilweise in einem sehr heruntergekommenen Zustand, andere – wunderschön renoviert – waren bereits geschlossen, sodass ich nicht mehr hineinkam.

Zum Museum in Boscoreale nahm mich die Signora im Auto mit. Sie arbeitet dort als Italienischlehrerin. Das Museum birgt einige Schätze der ausgegrabenen "villa rustica", die ich mir jedoch nicht ansah.
Entweder mit dem Zug oder zu Fuß wollte ich bis nach Torre Annunziata – zur Villa Oplonti. Allerdings erklärte mir eine unterwegs angesprochene Dame, dass der Bahnhof wohl etwas weiter weg lag und so lief ich los.
Entlang der vielbefahrenen Straße von Boscoreale aus nach Pompeji macht das Laufen mit dem ganzen Abfall und der schäbigen Umgebung keinen Spaß. Ich verfranste mich, bog einmal falsch ab und landete wieder in Pompeji. Und so nahm ich dann doch den Zug von dort aus zur nächsten Ausgrabungsstätte.
Die besonders luxuriöse Villa Oplonti, dem Zuhause von Poppea Sabina, der 2. Ehefrau von Kaiser Nero, liegt in einer weniger attraktiven Umgebung mitten in Torre Annunziata. Auf dem Rückweg verpasste ich die richtige Bahn und stieg bereits in "Pompei Scavi" aus. Von dort fuhr ich für 1,50 € mit dem innerstädtischen Bus bis zum richtigen Bahnhof und nach etwa 5 Minuten Fußweg war ich in meinem B & B.

Nach Castellammare di Stabia fuhr ich mit dem Auto, da die Bahnfahrt und weitere Anreise zu den beiden Villen höchst aufwändig gewesen wäre. Auch so fuhr ich einige Male an den schlecht ausgeschilderten Stellen vorbei. Die Villen San Marco und Arianna liegen in exponierter Lage mit eigentlich phantastischem Blick über den Golf – wenn es nicht so diesig gewesen wäre.
Mit mir besuchten nur 2 – 3 andere Personen die Räume, sodass ich mir die winzigen Fresken und Reste von Mosaiken in Ruhe ansehen konnte. Obwohl noch längst nicht alles ausgegraben ist, beeindruckte mich die Großzügigkeit und die Pracht der Ausstattung und ich malte mir aus, wie man hier vor 2000 Jahren wohl lebte.
Die verstreut liegenden Häuser in der Umgebung der beiden Villen ließen bei mir die Vermutung aufkommen, dass noch lange nach römischer Zeit bis heute an dieser Stelle – vielleicht auch auf/aus alten Steinen – gerne gewohnt wird.

Von Castellammare di Stabia aus fuhr ich weiter Richtung Sorrent. Trotz der Empfehlung meiner Gastfamilie, hielt ich nicht in Vico Enquese, da mich ein ziemliches Autogetümmel abschreckte. In Sorrent wurde schnell klar, dass ich einen der ausgeschilderten Parkplätze aufsuchen musste: alles war mindestens bis in die 2. Reihe zugeparkt.
Durch die engen Sträßchen und über steile Treppen kam ich hinunter zum Hafen. Viel zu sehen gab es jedoch nicht und so fuhr ich mit dem grade ankommenden Bus aufs Geratewohl los – ein Ticket hatte ich noch schnell im gegenüberliegenden "Tabacchi" gekauft. Mitfahrende französische Fahrgäste bestätigten dann, dass der Bus tatsächlich zurück ins Zentrum fuhr.
Ich bummelte noch durch die belebte Einkaufsstraße mit den bunten Auslagen, schaute mir die Werkstätten in den hinteren Gassen an und machte mich allmählich auf den Rückweg.

Bosco Reale und Villa di Poppea

Noch ein Weltkulturerbe

Auf jeden Fall wollte ich mir den "Ersatz" des Stadtschlosses in Portici ansehen, das sich der Bourbonen König Karl III. etwa 40 km nördlich von Neapel in Reggia die Caserta bauen ließ. Und so brauste ich am  letzten Tag von Pompeji auf der Autobahn gen Norden.
In der riesigen Tiefgarage standen nur vereinzelte Autos, sodass ich befürchtete, der Preis wäre exorbitant. Aber 1,00 €/ Stunde, das ging ja. Im Geiste zählte ich meine Euros durch, denn ich nahm nur knapp Geld mit und ließ Scheckkarten etc. in der Pension: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!
Die annähernd 250 m breite Fassade erschlug mich fast! Hier ersparte ich mir die vorsichtige Annäherung sondern ich steuerte direkt auf den Eingang zu und kaufte mir an der Kasse eine Eintrittskarte für den Park, den englischen Garten und das Schloss für 12,00 €.
Und dann marschierte ich los. Wegen der seltsam gestaffelten Öffnungszeiten schlug ich einen schnellen Schritt an, sonst hätte ich mir den englischen Garten nicht mehr ansehen können. Der Weg entlang der Wasser-/Sichtachse beträgt ca. 3 km, es war schwül-warm und ich hatte jede Menge Stoff zum fotografieren. Vielleicht konnte ich ja für den Rückweg einen der Pendelbusse nutzen!?
Die westlich und östlich angelegten Parkstücke sparte ich mir, obwohl sie mit ihren Schatten lockten. An jeder Stufe der Strecke spieen und sprühten Figuren Fontänen in üppige Brunnenanlagen.

kleine Video-Clips


Sorrent & Reggia di Caserta

 
Cilento - Marina di Camerota