Abenteuer Paris 2025
Es sollte irgendetwas mit Frankreich sein!
Bekannte hatten mir zu Weihnachten einen kleinen Reiseführer "Languedoc-Roussillon" geschenkt.
Während der ersten Planung blieb ich dann bei Paris hängen: im Buchladen hatte ich einen Reiseführer ganz nach meinem Geschmack gefunden: Zu Fuß durch Paris - 12 Spaziergänge von Antje Kahnt. Etliche der Tourenvorschläge hatte ich auch auf meiner Agenda.
Die Seite "Paris mal Anders" (https://www.parismalanders.com/) bot wieder interessante und hilfreiche Tipps.
Mit der Auswahl der Unterkunft tat ich mich sehr schwer und entschied mich für ein recht teures Studio mit einer winzigen Küche in der Nähe der Metrostation "Bastille".
Der Zug war schnell gebucht - knapp 5 Stunden von Mülheim/ Ruhr nach Paris Gare du Nord.
Am 28. April startete das 14tägige Abenteuer PARIS!
schwieriger Start und erster Einddruck
Das Quartier "Marais"
Über breite, baumbestandene Boulevards, durch schmale Gassen, vorbei an Palästen und Kirchen erkundete ich den quirligen Stadtteil. Obwohl auf der "Place des Vosges" viele Touristen drängelten und etliche junge Menschen gemütlich auf dem Rasen lagerten bekam ich einen guten Eindruck von der Anlage.
Ich schlenderte durch die Passagen des "Village Saint-Paul" und legte eine Rast unter einem schattenspendenden Baum im Hof des l'Hôtel de Sully ein. Über kleine Straßen kam ich in den Hof des Nationalarchivs. Das Ensemble wird von den Palästen "Hôtel de Soubise" und dem "Hôtel de Rohan" eingefasst. Etwas versteckt liegt der idyllische Garten - ein ruhiges Fleckchen Grün mitten in Paris.
Bunte Geschäfte säumten die Straßen und trotz des Autoverkehrs: auf den breiten Bürgersteigen kam ich gut voran und bestaunte die Auslagen.
Spaziergang durch das Quartier Marais
Louvre
Eigentlich wollte ich um touristische Highlights einen großen Bogen machen. Aber dann entdeckte ich im Netz die Ausstellung "LOUVRE COUTURE" mit Roben der Haute Couture in kaiserlichem Ambiente und buchte online ein Ticket für 15:30 Uhr.
Der Einlass ins Museum war perfekt organisiert und so stand ich nach ca. 3,5 km Fußweg bald unter der berühmten Pyramide, orientierte mich und wandelte auf den Gängen diverser Könige und Napoleons durch die angehäufte Pracht.
MODE bekannter Couturiers
Unterwegs auf alten Bahntrassen
Nachdem ich am 1. Mai vergeblich am Eingang zur Grünanlage "Culée verte" auf der ehemaligen Bahntrasse stand (am Feiertag geschlossen), klappte es bei bestem Wetter 2 Tage später sehr gut. Ich war total begeistert! Der Weg führt über einen vielfältig bepflanzten Viadukt mit 71 Bögen. Zwischendurch gibt es kleine Wasserbecken und immer wieder tollte Ausblicke über die Dächer und auf die unter einem liegenden Straßen.
Die Wanderung ging am Square de Charles Péguy weiter über die teilweise schon fertiggestellte Petite Ceinture bis zum Gare de Bercy.
Nach einem Schlenker über den Friedhof von Bercy, kam ich zum Parc de Bercy. Dort überraschte mich dann ein enormes Gewitter mit Hagelkörnern, so groß wie Tennisbälle und der Park wurde geschlossen. In einem Restaurant wartete ich den Sturm ab, schlenderte noch durch die ehemaligen Weinlager - jetzt eine Fress- und Kaufmeile "Bercy Village" - nicht meine Welt! Mit dem Bus ab dem Boulevard de Bercy kam ich wieder bequem zurück.
Spaziergang vom Eiffelturm aus
Von der Bushaltestelle direkt vor der Tür des Hotels fuhr ich quer durch die Stadt bis zum Eiffelturm, der rundherum gut eingezäunt ist. Über die Seine spazierte ich durch die Gartenanlagen zum "Trocadéro" mit dem spektakulären Blick auf den Turm.
Von dort aus schlängelte ich durch ruhige Straßen, Parks zwischen den Häuserblocks und verschwiegenen Gassen nach Auteuil. Nach einer kurzen Rast suchte ich den etwas versteckten Ort "Hameau de Boileau" - ein kleines, privates, sehr edles Wohnviertel, das 1838 angelegt wurde.
Nach ca. 8 km stieg ich an der Haltestelle "Chardon-Lagache" in die Metro und kam zügig bei meinem Hotel an.
von Park zu Park
Die geplante Kanalfahrt wurde wegen großangelegter Feuerwehrübung in ganz Paris abgesagt. Aber es gibt genug zu sehen.
Am Bassin de l'Arsenal entlang, über die Seine und schon war ich im "Jardin des Plantes" - ein sehr gepflegter botanischer Garten. Die Rosen blühten und duftenten um die Wette und die Alleen boten tolle Sichtachsen. Der kleine Tiergarten und die Gewächshäuser waren leider geschlossen und zu spät sah ich, dass direkt nebenan die große Moschee mit einem hübschen Garten lag - verpasst!
Ich wanderte weiter an dem linken Ufer der Seine bis zur futuristischen "Cité de la Mode et du Design" (Architekten: Dominique Jakob und Brendan Macfarlane). Leider war die Gastronomie geschlossen und so sah ich nur die Studierenden bei ihren Arbeiten.
Auf dem riesigen Plateau oberhalb des Quai François Mauriac befinden sich die 4 Gebäude der französischen Nationalbibliothek, mit der sich François Mitterrand ein monumentales Andenken geschaffen hat, das aber wohl nicht unbedingt den Anforderungen einer modernen Bibliothek entspricht.
Über eine Fußgängerbrücke erreichte ich den Park Bercy. Ich aß eine Kleinigkeit und fuhr mit der Metro zurück Richtung "Bastille".
La Défense
Schon vor Jahren wollte ich mir das neue Quartier ganz im Westen von Paris ansehen. Aber die Freundinnen fanden das nicht so spannend. Jetzt war es an der Zeit.
Mit der autonomen Metrolinie 1 fuhr ich direkt von "La Bastille" bis zur Endstation "La Défense".
Steigt man von der Metrostation hoch, steht man sofort vor dem beeindruckenden Wahrzeichen des Viertels: La Grande Arche. Ohne großartigen Plan schlenderte ich über das Gelände, umrundete die Hochhäuser und bekam vom vielen Hochschauen bald einen steifen Hals.
Ein Eldorado für Architektur- und Fotofreaks. Allerdings muss man mit stürzenden Linien rechnen.
In La Défense wohnen ca. 20.000 Menschen; es gibt schätzungsweise 180.000 Arbeitsplätze. Knapp 50 Wolkenkratzer zwischen 100 m und 231 m Höhe stehen neben etwas 60 "kleineren" Hochhäusern; und es wird weiter gebaut und geplant.
Vielleicht ist so ein hypermoderner Stadtteil nicht jedermanns Sache: ich konnte mich kaum sattsehen und war total begeistert. Ein aufregender Ausflug mit ungefähr 7 km Laufstrecke.
Versailles
Als junge Frau besuchte ich mit Freunden Versailles. Damals war ich ganz entzückt. Das wollte ich mir nochmal ansehen. Ich hatte ein Ticket mit einem Einlass um 14:30 Uhr gebucht. Mit dem RER kam ich am Bahnhof "Versailles-Chantiers" an. Zu Fuß bis zum Schloss waren es nur 20'; ich zog mir allerdings unterwegs eine Zerrung im Oberschenkel zu und so dauerte alles etwas länger. Aber aufgeben wollte ich nicht.
Vor dem Schloss gab es 3 Warteschlangen von ungefähr 50 -70 Metern und die Einlasszeiten hatten sich stark verzögert. Dann ging es plötzlich schnell und nach der Taschenkontrolle knubbelten sich die Menschen in den Gängen entlang der Ausstellungssäle. Es ging an endlosen Galerien zu Kreuzzügen, Schlachten, Bildern von Königen, Fürsten und Generälen vorbei. Stehenbleiben war unmöglich - es war ein Gedränge und Geschiebe, dass mir fast die Luft wegblieb.
Im Spiegelsaal - dem Höhepunkt der Besichtigungswut - blieb ich dann auch nicht lange: außer fotografierende Menschen sah ich fast nichts.
Das war ein Flop!
Im Park war es etwas besser. Aber der 8. Mai ist ein französischer Feiertag und so flanierten ganze Familienverbände durch die Parkanlagen. Mein Bein schmerzte und nach einer kleinen Runde gab ich resigniert auf.
Vom Bahnhof "Versailles Château Rive Gauche" fuhr ich etwas enttäuscht zurück. Aber: hätte ich den Ausflug nicht unternommen, hätte ich mich später geärgert.
La Villettte
Letzter Urlaubstag.
Die Kanalfahrt war nach einigem Hin & Her mit dem Reservierungsbüro auf Sonntagmorgen verschoben worden und so fand ich mich pünktlich am "Port d'Arsenal" ein. Mit ausführlichen Erläuterungen zum Kanal, zu den Gebäuden rechts und links des Ufers in Französisch und Englisch schipperten wir zunächst unter der Abdeckung zwischen den beiden Straßenzügen des Boulevard Richard-Lenoir her. Dann ging es bei tollem Wetter aber oberirdisch weiter. Wir durchfuhren 5 Schleusen, passierten 2 Drehbrücken. Überall standen winkende Menschen auf den Brücken und an den Ufern. Wir kreuzten das "Bassin de Villette" und fuhren noch ein Stück auf dem "Canal de l’Ourcq" bis kurz vor den "Boulevard Périphérique". Am Kai des Bootstourenunternehmens stiegen wir aus.
Am Quai de Loire verspeiste ich im Schatten dicker Bäume ein mitgebrachtes Picknick (die Reste aus dem Kühlschrank mussten ja schließlich weg).
Ich schlenderte entlang des Kanals, wechselte die Seite und guckte mir kurz das Wissenschaftsmuseum "Cité des sciences et de l’industrie" an und schoss ein paar Fotos vom kugelrunden, schimmernden Kino "La Géode". Weiter durch den "Parc de Villette" kam ich zum wirklich spektakulären Gebäude der Pariser Philharmonie; ein dekonstruktivistischer Bau mit einer blitzenden Fassade, die aus 340.000 stilisierten Vögeln aus Aluminium besteht (Architekt: Jean Nouvel).
Ich schlenderte noch ein wenig über das Gelände des ehemaligen Schlachthofes und erreichte dann schnell den "Parc des Buttes-Chaumont". Von dort aus suchte ich das "Quartier de la Mouzaïa", verfranzte mich ein bisschen, erreichte dann aber über Treppen und kleinere Straßen das Viertel mit den schmalen, steilen Gassen und den kleinen Häuschen in üppig bunten Vorgärten.
Beim Rückweg legte ich eine Rast zwischen den Hochhäusern an der "Place des Fêtes" ein und genehmigte mir 2 Gläser Bier.
Mit der Metro kam ich zurück in mein Hotel und machte mich daran, den Koffer zu packen.
Das war ein wirklich gelungener Ausflug zum Abschluss meines Aufenthalts in Paris.
aktualisiert 04.06.2025